Das Lexikon im Internet

Ein Lexikon auch als Enzyklopädie bekannt ist ein Nachschlagewerk, in dem Einträge zu verschiedenen Themen meist alphabetisch angeordnet sind. Vereinzelt werden auch Sprachwörterbücher als Lexika, so der Plural des Wortes Lexikon, bezeichnet. Das Wort Lexikon leitet sich aus dem griechischen Wort lexis mit der Bedeutung "Wort" ab. Es gibt sowohl allgemeine Lexika, die Einträge zu allen möglichen Themen enthalten, wie etwa das Brockhaus Konversations-Lexikon oder Meyers Enzyklopädisches Lexikon als auch fachspezifische Lexika, zum Beispiel das Lexikon der Weltliteratur oder das Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. Das gemeinsame Element ist, dass sie im Gegensatz zu Handbüchern, Monographien oder Lehrbüchern nicht inhaltlich sondern alphabetisch gegliedert sind und nicht aus fortlaufender Prosa sondern aus einzelnen Artikeln bestehen. Traditionell werden Lexika in Büchern gedruckt, meistens in vielen Bänden. Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, ein Fachlexikon zur Antike, zum Beispiel besteht aus 81 Bänden. Neuerdings werden viele Lexika in elektronischer Form veröffentlicht. Viele Lexika, die einst in Buchform erschienen, haben nun elektronische Ausgaben. Diese sind entweder über das Internet abrufbar oder sie werden auf CD-ROMs gebrannt und so veröffentlicht. Neuerdings gibt es auch reine Internetlexika. Am bekanntesten ist in dieser Sparte Wikipedia. Diese Enzyklopädie wird nicht wie traditionelle Lexika von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet geschrieben, vielmehr kann jeder Benutzer neue Artikel anlegen oder bestehende Einträge modifizieren, verbessern oder erweitern. Mittlerweile gibt es Wikipedia-Ausgaben in über 250 verschiedenen Sprachen. Allein die englischsprachige Wikipedia besteht aus über 3 Millionen Einträgen, die deutsche Ausgaben versammelt mehr als 1 Million Einträge und insgesamt, wenn alle Sprachen zusammengerechnet werden, gibt es mehr als 10 Millionen Artikel. Allerdings wird die inhaltliche Zuverlässigkeit Wikipedias häufig kritisiert. Da jedermann dort mitschreiben kann, kann die Richtigkeit der Information im Gegensatz zu traditionellen Lexika nicht von Experten gewährleistet werden.

Das erste Lexikon entstand im ersten Jahrhundert nach Christus. Die Naturalis historia, die vom Römer Plinius dem Älteren in 37 Bänden veröffentlicht wurde, versammelte Information aus allen Bereichen der damaligen Naturwissenschaften aber auch aus der Kunstgeschichte. 500 Autoren arbeiteten an dem Werk mit. Im Gegensatz zu den meisten modernen Enzyklopädien war es allerdings nicht alphabetisch sondern inhaltlich gegliedert. Im Jahre 1660 wurde der Begriff Lexikon erstmals auf ein deutschsprachiges Werk angewandt. Im gleichen Jahr erschien Gotthilff Treuers… Deutscher Daedalus Begreiffendt ein vollständig außgefuhrtes Poetisch Lexicon und Wörter-Buch, das erste deutschsprachige Lexikon aller Zeiten. Die Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts schrieben und veröffentlichten die ersten modernen Universallexika. Das bekannteste Werk aus dieser Zeit ist die französische Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (Enzyklopädie oder ein durchdachtes Wörterbuch über die Wissenschaften, die Künste und die Handwerke), die von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert veröffentlicht und von insgesamt 140 Mitarbeitern geschrieben wurde. Die heute bekanntesten deutschsprachigen Lexika heißen Meyers Lexikon, Brockhaus Enzyklopädie und Microsoft Encarta.

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