Die verschiedenen Facetten der Literatur

Jede geistesgeschichtliche Epoche eines Landes oder auch einer speziellen Kultur ist durch seine Literatur gekennzeichnet. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen fiktionaler und nicht fiktionaler Literatur. So wird ein Buch zur Geschichtsschreibung als nicht fiktional eingestuft, da es auf den Maßstäben von realem Leben basiert, wobei ein Roman, dessen Figuren und Handlungen frei erfunden sind, zur fiktionalen Literatur gerechnet werden muss. Natürlich sind solche Kategorisierungerscheinungen fließend und nicht statisch, da es sehr wohl zu Mischformen kommen kann. Der Begriff der histographischen Metafiktion bezeichnet diese Mischform, bei der man oft nicht weiß, welchem Ende des Spektrums der Literatur man es zuordnen soll.
In unserer heutigen Zeit wird der Begriff ‘Literatur’, meist für die populärste Form der geschriebenen Erzählung, den Roman, verwendet. Dabei wird von hoher Literatur gesprochen, wenn man z.B. an ein deutsches Kulturvermächtnis denkt, wie Goethes Faust, und von Trivialliteratur wenn man die anspruchslosen Groschenromane und Schundromane am Kiosk erwähnt. Literatur arbeitet mit sprachlichen Codes, mit dem Wort als Ausdrucksmedium, dass im Kopf des Lesers eine eigene imaginierte Welt entstehen lässt. Durch die Geschichte hindurch kamen der Literatur immer unterschiedliche Rollen zu: Im Mittelalter war das Lesen ein Privileg, welches nur Geistliche nutzen konnten und somit war der Großteil der Bevölkerung vom Leser religiöser oder metaphysischer Schriften ausgeschlossen. Heute ist es so, dass Literatur meistens der Unterhaltung und der Zerstreuung dient, wenn man z.B. einem Fantasy-Roman ließt. Im akademischen Bereichen wie der Universität wird die Literatur in Form von fachwissenschaftlicher Literatur hinzugezogen, um den betreffenden Prüfungsstoff zu lernen, oder um sich in verschiedene Themengebiete einzuarbeiten.

Natürlich gehören auch Sachbücher zur Literatur, und sind dabei meistens noch größere Verkaufsschlager als Romane. Denn der heutige Leser sucht nicht nur nach Ablenkung in Form von geschriebenen Wörtern (im Gegensatz zu den flimmernden Bildern des Fernsehers), sondern ist auch daran bestrebt seinen Horizont weiterzubilden und sich in die verschiedensten Themenkomplexe einzuarbeiten. Meistens hat jedoch dann solche Literatur, im Gegensatz zu akademischen Publikationen, nur populärwissenschaftlichen Charakter. D.h. komplexe Phänomene, wie z.B. die Funktionsweise des Gehirns oder aber fachspezifische Themen wie das Recht werden in leicht verständlicher Sprache, meist ohne die Verwendung von verwirrenden Fachtermini beschrieben. Ein gutes Beispiel hierfür ist vor allem die Literatur zur Anwaltsuche - mit dem Grundsatz: wer suchet, der findet. Die richtige Anwaltsuche kann jedoch auch im Internet stattfinden. Seiten wie http://www.east-law.com/ stehen wunderbar für diese Möglichkeit ein. Ein Literaturstudent befasst sich zwar auch mit der unterhaltenden Literatur in Form von Romanen, jedoch wird beim Lesen ein wissenschaftlicher Modus angewendet, der den betreffenden Text nach z.B. Stilmitteln oder erweiterten Fragestellungen wie z.B. die Rolle der Frau im viktorianischen England untersucht. Damit wird das Lesen von Literatur zum reinen Zeitvertreib vom Spaß entbunden, und es stellt sich ein wissenschaftlicher Lesemodus ein, der jede Feinheit des Buches, bis auf das kleinste seziert. Noch niemals in der Zeitgeschichte erfreut sich der zeitgenössische Literaturmarkt einer so heftigen Publikationsfreude. Fast jeder der meint etwas sagen zu müssen, möchte ein Buch schreiben, die eintausendste Mördergeschichte in der ein Detektiv den ungeklärten Mord auflösen muss, in unterschiedlichen Variationen. Mal ist der Detektiv schwul, mal eine Frau und mal sind Detektiv und Mörder eine Person und die ganze Geschichte spielt sich im schizophrenen Kopf des Psychopathen ab. Die Originalität scheint dabei zu leiden, doch dies ist wieder ein Sachverhalt, der nur einem Literaturstudenten auffallen dürfte.

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