Allgemeines zum Roman in Buchform

Unter einem Roman versteht man die Langform des schriftlichen Erzählens. Der Roman zählt zu den Großformen der Epik und damit zur erzählenden Literatur. Er ist in Prosa geschrieben. Der Begriff Prosa beschreibt, eine nicht an Verse gebundene, trockene und nüchterne Darstellung von Ereignissen, um eine bestimmte Person, in einer bestimmten Zeit. In einem Roman wird ein Charakter, der Protagonist, in eine Zeit gesetzt und sein Schicksal unter Einflussnahme der Umwelt beschrieben. Auch die Herkunft, sowie soziale und berufliche Stellung des Protagonisten sind von Bedeutung. All dies, sind maßgebende Einflüsse des Protagonisten, und verleihen dem Charakter Tiefe und dem Roman Authentizität. Ein Roman kann auf historischen Ereignissen beruhen oder auf Utopien, sowie auf vom Autor selbst erlebtes. Da man aber allgemein von einer Fiktion ausgehen kann, muss der Roman nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüfbar sein.
Auch kann ein Roman aus verschiedenen Erzählperspektiven geschrieben werden. In der Ich–Perspektive, werden die Ereignisse von dem Protagonisten selbst erzählt und subjektive Eindrücke vermittelt. Der Leser befindet sich somit mitten im Geschehen. Der auktoriale (allwissende) Erzähler, schildert die Ereignisse objektiver. Er kann dabei in die verschiedenen Charaktere schlüpfen und kennt die Ereignisse und den Ausgang der Geschichte schon im Voraus. Auch der personale Erzähler, kann die Sichtweise verschiedener Charaktere annehmen, ist jedoch im Gegensatz zum auktorialen Erzähler nicht mit dem Ausgang der Geschichte vertraut.
Weitere Merkmale des Romans sind Erzählzeit und die erzählte Zeit. Unter der Erzählzeit versteht man, die Zeit in der die Geschichte gelesen wird. Die erzählte Zeit, gibt den Zeitraum an, in dem die Ereignisse stattfinden.
Bei einer Zeitdeckung, sind Erzählzeit und erzählte Zeit annähernd gleich. Diese Möglichkeit findet man beim szenischen Erzählen.
Die Zeitdehnung, dient der Wiedergabe eines Bewusstseinsstroms (Gedankeneingebungen), und lässt die Erzählzeit länger werden als die erzählte Zeit.
Unter einer Zeitraffung versteht man, eine Zusammenfassung der Ereignisse, wie in einem Bericht. Die Erzählzeit ist somit kürzer, als die erzählte Zeit.

Seinen Namen erhielt der Roman bereits im 12. Jahrhundert und bezeichnete damit alles, was in romanischer Sprache geschrieben war.
Im 13. Jahrhundert, entwickelte sich der Roman zur Prosaliteratur. Im Mittelpunkt stand ein Held, der der Normvorstellung oder Wunschvorstellung des Menschen und seiner Umwelt entsprach, verankert und begründet in einer festen Ordnung. Bis hin zum 18. Jahrhundert veränderte sich dieses Bild kaum. Im 18. Jahrhundert gewann der Roman deutlich an Bedeutung. Im Mittelpunkt stand nun der Anti-Held, der individuell, unverwechselbar und häufig auch unerreichbar war. Das Psychologische Interesse wuchs und der Zusammenhang von Ursache und Wirkung, wurde zum zentralen Thema. Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Bild des Romans abermals. Der Roman wurde zu einem komplexeren und differenzierteren Erzählwerk, mit Protagonisten in einer Homunkulus-Gestalt (künstlicher Mensch). Die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen des Menschen in der gegenwärtigen Zeit und in der Zukunft, stehen im Mittelpunkt des Interesses. Die Ereignisse werden im erlebten, inneren Monolog geschildert und gewinnen somit an Subjektivität und Authentizität. Auch die Umwelt ist nunmehr keine vertraute und die Aktionen nicht mehr zwingend erklärbar oder in sich schlüssig.
Der Roman zählt somit damals, wie heute, neben dem Medium Zeitung, zu den am weitesten verbreiteten Lesewerken und Schriftstücken.

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